Blogs und Artikel / Der neue Kaufhof - Eine Ausgeburt an Hässlichkeit

Der neue Kaufhof - Eine Ausgeburt an Hässlichkeit

von harm am 26.05.2006 um 13:54

Aufrufe: 6523, Kategorie: Allgemein



Nach fast zwei Jahren Baustellen-Alexanderplatz, kommt ein ästhetisch untragbarer Klotz zum Vorschein und Berlin ist um eine stilistische Katastrophe reicher. Nach der Neugestaltung des Hauses, welches seit Ende der 60er Jahre auf dem Alexanderplatz steht und mit einer Verkaufsfläche von 15.000 m² damals das größte HO-Warenhaus der DDR war, sieht es aus wie ein Atombunker oder als habe man aufgehört zu bauen, bevor die Fassade fertig war.

Der fast fensterlose, beige-blasse Quader bietet überhaupt keinen Kontrast zu dem ohnehin trostlosen Alexanderplatz, auf dem man sich zwischen den wüst verteilten Betonwürfeln stets etwas verloren fühlt. Der Stil erinnert an den von Warenhäusern in Amerika, die dort aber in Farbgebung und Baustil in das architektonische Gesamtbild passen. Auf dem Alexanderplatz, der überwiegend aus Relikten der DDR besteht, wirkt diese Imitation überaus unpassend. Aber das wäre ja nicht der erste Versuch in Berlin, die Architektur aus anderen Städten nachzuäffen, was nur das zerrüttete und zusammenhangslose Stadtbild unterstreicht. Entweder haben die Berliner keinen Sinn für Schönheit oder sie leiden an Gleichgültigkeit. Erwartet wird, dass mehr Konsumenten auf die neue Kaufhof-Filiale zustürzen, die zu den umsatzstärksten Warenhäusern in ganz Deutschland gehört, und mehr von ihrem Geld auszugeben (es gibt kaum Fenster, aus denen es fliegen könnte). Mit einer erweitern Verkaufsfläche von 20.000m² auf 35.000 m² steht nun Europas größte Kaufhof-Filiale auf dem Alexanderplatz. Über Einhundertzehn Millionen Euro kosteten die Maßnahmen den Investor „Metro Group Asset Management“. Die Kaufhof-AG gab Siebenundzwanzig Millionen für Einrichtung und Technik aus. Am 24.Mai wurde die Eröffnung „gefeiert“. Philine Jahn

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Kommentare

Da kann man echt nur zu stimmen... so wat häßliches

speedy5432 am 02.07.2008 um 12:08

..und mann pflanzte eine Blume in die Ödniss und es wurde Stimmen laut, die da riefen: Die Blume verschandelt
unsere ganze schöne liebgewonnen Trostlosigkeit!

Man kann es niemals jedem recht machen, vor allem dann nicht,
wenn einige Menschen noch immer mit großem Elan nach dem Haar in der Suppe suchen anstatt nach der Rosine im
Kuchen.

Ästethisches Empfinden ist Ergebniss von GeschmacksBildung..

wonderfool am 06.07.2006 um 00:00

um mein kommentar zum umsatz abzugeben... auch heute noch ist dieser konstant. der anstieg war also nicht von kurzer
dauer, sondern zeigt, dass das als "häßlich" befundene neue kaufhaus am alex wirklich nach dem
umbau neue und alte kunden anzieht.

sweety85 am 05.07.2006 um 00:00

Faschoästhetik? Nun lehnen sie sich mal nicht zu weit aus dem Fenster, junger Mann.
Nicht jeder große Bau
ist automatisch im Neofaschistischen Stil erbaut - abgesehen davon, dass man Architektur versuchen sollte, neutral zu
sehen.
Und zu dem Sohn von Sper: ist es sein Fehler, wer sein Vater war?

alien am 30.05.2006 um 00:00

find das das ding recht solide wirkt und nich aufdringlich und passt eigentlich recht gut in die ohnehin triste gegend
da rein. innnen wirkt es auch recht hell.

pulse am 30.05.2006 um 00:00

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