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"Ich will was mit Medien, Werbung und Journalismus studieren."

von miri21 am 07.07.2006 um 17:12

Aufrufe: 16086, Kategorie: Uni



Kommunikationsstudiengänge sind ein Modetrend besonders beim weiblichen Geschlecht. Doch Achtung, Kommunikation ist nicht gleich Kommunikation. Wie es an den Hochschulen in Berlin aussieht und was eigentlich hinter der "Kommunikation" steckt...

Fragt man Abiturienten nach ihrem Studienwunsch wird man besonders unter den Mädchen immer wieder hören : „Ich will was mit Medien, Werbung oder Journalismus machen:“ Eine Möglichkeit seinem Berufswunsch näher zu kommen sind die Kommunikationsstudiengänge. Ein wahrer Modetrend der letzten 10 Jahre.

Was ist Kommunikation? In den ersten Vorlesungen lernen alle Studenten die Laswell-Formel- „Was sagt wer zu wem auch welchem Kanal mit welcher Wirkung“. „Wer“- das kann eine Einzelperson, ein Medium oder ein ganzes Unternehmen sein. Die Kommunikation in Unternehmen zum Beispiel ist ein Teil des Marketing Mix, zu dem die vier absatzpolitischen Instrumente: Produkt, Preis, Distribution und Kommunikation gehören. Zum Bereich Kommunikation zählen Werbung, PR und Verkaufsförderung.

Ausgerechnet bei den Studiengängen, die sich mit Kommunikation befassen, herrscht Begriffsverwirrung. Denn Kommunikation ist nicht gleich Kommunikation. Wer einen Studiengang anstrebt sollte sich nicht nach Hochschulrankings richten sondern die Inhalte eingehend studieren.Kein Kommunikationsstudiengang lehrt die gesamten Kommunikationsprozesse von Menschen, Medien und Unternehmen.

An der TU Berlin befasst sich der Studiengang Kommunikationswissenschaft mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen von Sprache und Musik. Hier geht es ua. um Nachrichtentechnik, Phonetik und maschinelle Sprachverarbeitung. Die FU Berlin bietet den Studiengang Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an. Die Inhalte befassen sich hier ausschließlich mit Journalismus, PR und Medien. Auch die UdK Berlin hat einen Kommunikationsstudiengang: Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. Hier geht es in erster Linie wieder um etwas ganz anderes, nämlich um Werbung, ihre Planung und Umsetzung (Grafik, Text, AV) sowie ihre Vorrausetzung- die Marktforschung.

An der FHTW kann man Wirtschaftskommunikation studieren. Der Studiengang ist dem an der UdK ähnlich, jedoch ist der kreative Teil stark eingeschränkt. Viele Privatakademien haben die hohe Nachfrage erkannt und bieten für Geld Alternativen zu den leider oft mit hohem NC belegten Kommunikationsstudiengängen an. Als Beispiele sind hier die Designakademie Berlin, die DDA und Pixelapostel zu nennen.

Kann man mit Kommunikation Arbeit finden?

Die Werbebranche verzeichnet eine recht niedrige Arbeitslosenquote von 4,9%. Bei den Journalisten und PR-Leuten sind es leider 8,9%.

Das gemeinsame Problem aller Absolventen von Kommunikationsstudiengängen ist, dass man etwas sehr allgemeines gelernt hat. Man konkurriert um Arbeitsplätze mit BWLern, Geisteswissenschaftlern, Psychologen und Statistikern. Das Arbeitsamt rät einem Abiturienten, der sich für den Beruf des Journalisten interessiert, sich lieber zu spezialisieren. Ein Politik-, Kultur- oder Chemiestudium gebe einem das nötige Fachwissen für einen Redaktionsbereich, in dem man später schreiben möchte.

Wer sich jedoch für einen wissenschaftlichen Beruf interessiert, der ist hier genau richtig. Es gibt interessante Fragen zu untersuchen wie „Was machen die Medien mit den Menschen?“ „Wie und bei wem wirkt Werbung?“ Oder „Ersetzen Weblogs in Zukunft klassische Informationsmedien?“

Ich kann jedem, der nicht Journalist werden möchte, zu solch einem Studium raten. Es werden ausschließlich Sachen gelehrt, die jeden Durchschittsstudent sehr interessieren. :D Informiert Euch über die einzelnen Studiengänge und versucht in Erkenntnis zu bringen, wie gut die Kontakte des Studienganges zur Wirtschaft sind. Denn es ist oft der Praxisbezug, der Kommunikationswirte- und wissenschaftler attraktiver gegenüber BWLern mit Schwerpunkt Marketing und Geisteswissenschaftlern macht.

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mareikejustin am 04.10.2012 um 10:47


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ninamotte

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