

eingetragen von indy0130
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Beschreibung
Der aktuelle Höhenflug dieser verschmusten Band ist zwar sicher nicht einmalig, ihre Qualität aber dennoch eine sehr glaubwürdige Referenz. Anfang des Jahres schickte eine Mini-Booking-Agentur Anfragen per Mail herum, ob jemand Chikinki buchen möchte wenngleich es keine aktuelle Veröffentlichung oder sonstige Aufhänger gäbe. Das Ganze noch gewürzt mit der Tatsache, dass die Band keine Sau kannte zu dem Zeitpunkt. Aus solchen Anfragen, die es nicht selten gibt, ergeben sich dann erfahrungsgemäß Null-Tages-Touren. Kein Veranstalter würde darauf einsteigen, außer er ist gestört. Dass dennoch Chikinki im Frühjahr 2005 einige Gigs spielten, lag allerdings weniger an Störungen, sondern an den Songs, auf die ein Link in jener Bewerbungsmail verwies. Die waren so überzeugend und gut, dass man die Engländer einlud. Seis drum, dass es niemand kannte. Mann sollte es eben kennen lernen. Einige jener Songs findet man nun auch auf diesem Album. Und man muss einfach in die Lobes-Pose einschwenken, es geht gar nicht anders. Vollbärtige Milchbübchen mit einem Geniestreich von Glam-Electro-Kraut. Mouse On Mars trifft auf Gomez und Pink Floyd. So eine altkluge Musik muss ja zwangsläufig von Jugendlichen stammen. Denn da, wo sich die Originale verzetteln, überzeugen sie mit Unbekümmertheit und ungewöhnlichen Lösungen also ungewöhnlichen Auflösungen der Stücke zum Beispiel. Zerfetzter Indie, weidwund und blutend, beginnt sich zu mechanisieren. Eine Metapher für die schmerzhafte Gefühlsentäußerung der tragischen Seele. Daraus entsteht zwar selten eine Imprägnierung gegen Verletzungen, aber manchmal wie hier eben große aufgewühlte Popkunst. Jenseits der Klischees und voll ästhetischer Klasse.
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